Dabei ist diesmal ein Überraschungsgast. Es ist der stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes des Volksbundes, Hendrik Berthold. Der hat einige Ehrungen im Gepäck. Geschichtslehrer Dr. Wilhelm de Terra, der in der Hessisch Oldendorfer Schule alljährlich die örtliche Sammlung organisiert, wird mit der silbernen Ehrennadel des Volksbundes ausgezeichnet. Für die Oberschule überreicht Hendrik Berthold eine bronzene Plakette und Urkunden an die Schülerinnen und Schüler, die im Herbst von Haus zu Haus gegangen sind und um Spenden gebeten haben.
„Das Ergebnis der Sammlung kann sich sehenlassen“, freut sich Bürgermeister Oenelcin. Insgesamt sind bei der Sammlung durch die 25 Schülerinnen und Schüler 1.339,27 Euro zusammengekommen. 400 Euro haben sie in einer Kreistagssitzung gesammelt. Nimmt man allein das Sammelergebnis in Hessisch Oldendorf und rechnet dazu, was Bürgermeister Tarik Oenelcin mit den „Promi-Sammlern“ am Freitag vor dem Volkstrauertag in der Kernstadt und die Feuerwehren Fuhlen und Lachem beigesteuert haben, kommen 2.785,42 Euro zusammen. Bürgermeister Oenelcin nennt auch das Gesamtergebnis im Landkreis Hameln-Pyrmont. Die Summe beläuft sich auf 4.577,97 Euro.
Bürgermeister Tarik Oenelcin (li.) mit Dr. Wilhelm de Terra, Henrik Berthold (re.) und den Schülerinnen und Schülern, die im letzten Herbst für den Volksbund gesammelt haben.© Peter Jahn
Henrik Berthold betont die Wichtigkeit des Engagements auf lokaler Ebene: „Ohne die unermüdliche Unterstützung durch Ehrenamtliche und lokale Verantwortungsträger ist die Arbeit des Volksbundes nicht möglich.“ Zu den Jugendlichen sagt er: „Ihr seid Mahner für den Frieden, wie es Albert Schweitzer gesagt hat. Es ist wichtig die Botschaft zu verbreiten, denn es ist eine gesellschaftspolitische Botschaft.“ Bürgermeister Tarik Oenelcin hebt hervor, dass die Oberschule, „die einzige Schule im Landkreis ist, deren Schülerinnen und Schüler für den Volksbund sammeln“.
Geschichtslehrer Dr. Wilhelm de Terra hat die Schülerinnen und Schüler, bevor sie von Tür zu Tür gegangen sind, über die Arbeit des Volksbundes informiert. So auch, dass sich die Mitglieder der humanitären Organisation im Auftrag der Bundesregierung der Aufgabe widmen „Kriegstote im Ausland zu suchen und zu bergen, sie würdig zu bestatten und ihre Gräber zu pflegen. Der Volksbund betreut Angehörige und berät öffentliche und private Stellen in Fragen der Kriegsgräberfürsorge, auch international. Er engagiert sich in der Erinnerungskultur und fördert die Begegnung und Bildung junger Menschen an den Ruhestätten der Toten.“ Finanziert wird dies durch Mitgliedsbeiträge und Spenden, wie sie von den Schülerinnen und Schülern in der Weserstadt gesammelt worden sind. „Ich bin stolz auf euch, dass ihr private Zeit aufgebracht habt, um zu sammeln“, betont Dr. Wilhelm de Terra. Er erklärt bei der Abschlussveranstaltung der Sammlung auch, dass noch drei seiner Verwandten vermisst werden und der Volksbund nach ihnen sucht. Nicht nur ein Hinweis auf persönliche Betroffenheit, sondern auch darauf, dass nach über acht Jahrzenten nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges noch viele Schicksale ungeklärt sind.
Natürlich hat Bürgermeister Oenelcin auch in diesem Jahr die fleißigen jungen Sammlerinnen und Sammler, bevor sie wieder zurück zur Schule gehen, zu Pommes, Burger und Cheeseburger eingeladen. Kühle Getränke fehlen ebenso nicht. „Das haben sich die Schülerinnen und Schüler als Anerkennung verdient“, sagt der Bürgermeister. Die jüngeren von ihnen, die weiter die Oberschule besuchen, wollen auch in diesem Herbst wieder dabei sein und für die gute Sache von Tür zu Tür gehen.