Wenn die Führungskräfte der Feuerwehren in der Stadt „zusammenkommen, dann geht es häufig um Berichte, Zahlen, Einsätze und Statistiken. Aber vor allem geht es um Menschen, um Frauen und Männer, die bereit sind aufzustehen, wenn andere Schutz suchen, um Menschen, die Verantwortung übernehmen – freiwillig, ehrenamtlich, mit Haltung und mit Herz“, würdigt das Stadtoberhaupt die Ehrenamtlichen und jene „ohne die all das nicht möglich wäre: die Familien, Partnerinnen und Partner, Kindern und Eltern. Sie tragen mit, sie verzichten mit, sie erleben mit, wenn der Alarm geht.“
Genau solch eine Situation beschreibt Stadtbrandmeister Tobias Ebbighausen: „Stellt euch einen ganz normalen Abend vor. „Ihr sitzt zu Hause, vielleicht beim Essen, seid vielleicht gerade eingeschlafen oder mitten im Gespräch mit der Familie. Und dann geht’s los. Der Melder piept. In diesem Moment passiert etwas Faszinierendes. Ein paar hundert Menschen in unserer Stadt hören das gleiche Geräusch und innerhalb von Sekunden entscheidet jeder für sich: Ich fahre. Und nicht, weil jemand es befiehlt, nicht, weil Geld fließt, sondern weil wir Feuerwehr sind. Und genau darum geht es.“
Der Pieper meldet sich häufig, das unterstreichen die Zahlen. Über 190 Einsätze stehen für das vergangene Jahr auf der Liste der Stadtfeuerwehr. Brände mussten gelöscht werden, bei Unfällen wurde Hilfe geleistet, Türen sind geöffnet und große Veranstaltungen abgesichert worden. Hierfür bedarf es einer guten Ausbildung und geeigneter Kräfte für die verschiedensten Einsätze. Damit auch in Zukunft auf genügend Personal im Ernstfall zurückgegriffen werden kann, übernehmen Feuerwehrleute die Brandschutzerziehung in den Kindergärten und Schulen der Stadt.
„Wenn wir den Blick nach vorne richten, dann erfüllt mich besonders die gute Kinder- und Jugendarbeit mit Stolz. Was in unseren Ortswehren geleistet wird, ist weit mehr als feuerwehrtechnische Ausbildung. Hier wächst nicht nur der Nachwuchs für die Einsatzabteilungen, sondern hier wachsen junge Menschen heran, die früh lernen, füreinander einzustehen. Diese Arbeit ist unbezahlbar und von unschätzbarem Wert für unsere gesamte Stadtgesellschaft“, lobt Bürgermeister Tarik Oenelcin. 15 Jugendwehren und 9 Kinderfeuerwehren gibt es in Hessisch Oldendorf. Zehn Gruppen haben an den Stadtwettbewerben teilgenommen, 120 Jugendfeuerwehrleute beim Stadtzeltlager und 40 Kinder beim Zeltlager der Kinderfeuerwehr, wie Stadtjugendfeuerwehrwart Sascha Eldracher und Kinderfeuerwehrwartin Julia Martens ausführen.
Wenn Bürgermeister Tarik Oenelcin von der Feuerwehr spricht, meint er „nicht nur die Aktiven, denn Feuerwehr ist weit mehr. Mein tief empfundener Respekt gilt der Alters- und Ehrenabteilung. Ihr habt über viele Jahre, oft über Jahrzehnte hinweg, Verantwortung getragen. Und ihr tut es bis heute – nicht mehr mit Atemschutzgerät auf dem Rücken, aber mit Erfahrung, mit Rat und mit Rückhalt. Ihr seid Fundament, ihr seid Erfahrung und ihr seid Identität.“
Einig ist sich der Bürgermeister mit den Gruppensprechern von SPD/Grünen und CDU/FDP im Stadtrat, Kai-Uwe Eggers und Karlheinz Gottschalk, „dass Sicherheit keine Frage des Zufalls ist. Sicherheit ist das Ergebnis von Planung, klaren Prioritäten und gezielten Investitionen. Deshalb haben wir in den vergangenen vier Jahren konsequent in die Modernisierung unserer Feuerwehr investiert. Feuerwehrgerätehäuser werden Schritt für Schritt neu gebaut oder ertüchtigt, Fahrzeuge beschafft, Technik modernisiert und Ausrüstung verbessert. Der zukunftsweisende Neubau der Stützpunktfeuerwehr Sonnental steht kurz vor der Fertigstellung – ein sichtbares Zeichen dafür, dass wir Sicherheit ernst nehmen. Und das ist kein Zufall. Das ist das Ergebnis einer klaren politischen Haltung der demokratischen Parteien im Stadtrat. Das alles ist möglich, weil wir in der Kommunalpolitik Verantwortung nicht nur inhaltlich, sondern auch finanziell ernstnehmen.“
Die beförderten Funktionsträger des Stadtkommandos: Julia Martens mit Marco Meier (v.li.), Jürgen Battermann, Bürgermeister Tarik Oenelcin und Tobias Ebbighausen.© Peter Jahn
Auf die Frage, was in Hessisch Oldendorf, wo so vieles gelingt und wo man im Vergleich zu anderen Kommunen auch beim Brandschutz stabil aufgestellt ist, anders ist, sind sich Oenelcin, Eggers und Gottschalk auch einig: „Ein ganz wesentlicher Faktor ist die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Politik, Verwaltung und Feuerwehr.“ Das bestätigt auch Polizeihauptkommissar Jörg Thäte, der nach 20 Dienstjahren an verschiedenen Orten die Leitung der Polizeistation in Hessisch Oldendorf übernommen hat: „Eine solche Zusammenarbeit habe ich noch nicht erlebt.“
Die Zusammenkunft der Führungskräfte der Hessisch Oldendorfer Feuerwehren bildet auch den Rahmen von Beförderungen und Ehrungen. Der 1. stellvertretende Stadtbrandmeister, Jürgen Battermann, ist in den Dienstgrad „1. Hauptbrandmeister“ aufgestiegen. Der 2. stellvertretende Stadtbrandmeister, Marco Meier, trägt jetzt die Schulterstücke eines Brandmeisters und die Leiterin der Kinderfeuerwehr, Julia Martens, die einer Hauptlöschmeisterin. „Wenn ich mit allem gerechnet habe, jedoch damit nicht“, reagiert Kreisjugendfeuerwehrwart Thomas Kurbgeweit aus Coppenbrügge, als ihn Bürgermeister Tarik Oenelcin unter großem Beifall für seine Verdienste mit dem Feuerwehrehrenzeichen der Stadt Hessisch Oldendorf auszeichnet.