Hier wird allerdings nicht mehr Stein auf Stein gesetzt, sondern in Holzrahmenbau die neue Fahrzeughalle der Feuerwehr gebaut. Von Dorfbewohnern in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung in Hessisch Oldendorf. Die Stimmung ist super, die Arbeiten kommen gut voran. Die Halle steht, das Blechdach ist drauf und die Dachrinnen angebracht.
„Ein weiteres gutes Beispiel, was in unserer Stadt mit Eigeninitiative und ehrenamtlichem Engagement geschafft werden kann“, freut sich Bürgermeister Tarik Oenelcin. „Das Zusammenspiel der Menschen in den Dörfern mit der Stadtverwaltung und mit dem Stadtrat klappt ausgezeichnet“, wie alle Beteiligten stets betonen.
Aus dem städt. Haushalt kommt das Geld, dafür sorgen die Gruppen im Stadtrat, im Rathaus wird geplant und von Mitgliedern der Feuerwehren oder der Vereine die Vorhaben umgesetzt. Beispiele gibt es zahlreiche, zuletzt beim Bau des Feuerwehrhauses in Heßlingen, bei der Sanierung der Turnhalle und des Gemeinschaftsraumes in Rumbeck, bei der Umgestaltung der Dorfgemeinschaftshäuser in Kleinenwieden und Friedrichsburg sowie eben hier in Lachem.
Emsiges Treiben am Samstagmorgen auf der Lachemer Baustelle. Im Sommer soll die Erweiterung des Feuerwehrhauses eingeweiht werden.© Peter Jahn
Es ist nicht das erste Mal, dass am Ortseingang an der alten Verbindungsstraße zwischen Fuhlen und Lachem ein Feuerwehrgebäude mit viel Eigenleistung der Brandschützer errichtet wird. Rund zehn Jahre ist es hier, dass die Ortswehr das viel zu kleine Gerätehaus in der Dorfmitte aufgegeben und am Sportplatz ein neues Domizil geschaffen hat. Die jetzt im Bau befindliche Fahrzeughalle ist für das neu beschaffte Tragkraftspritzenfahrzeug-Logistik vorgesehen, während die vorhandene Fahrzeughalle – wenn alles fertig ist - für den Mannschaftstransportwagen der Feuerwehr genutzt werden soll.
Bevor die örtlichen Bauleute und ihre Helfer angerückt sind, hat eine Fachfirma die Bodenplatte gegossen. Als diese getrocknet und gehärtet ist, rücken die ehrenamtlichen Baumeister an. „Zunächst haben wir die Wände aufgebaut, daran die Putzträgerplatten montiert, das Dach dicht gemacht und mit der Isolierung begonnen“, er-klärt Willibald Piegsa. Im Dienst hören die Feuerwehrleute aus dem Dorf auf Brandmeister Ralf Colusso, auf dem Bau gibt meist Willibald Piegsa mit all seiner Erfahrung als Zimmermann den Ton an.
In dieser Woche beginnt der Innenausbau. Fenster und Türen kommen im Mai oder spätestens im Juni. Bei einem Gewerk müssen sie allerdings passen. „Wir haben keinen Maler“, bedauert Willibald Piegsa. Die Putzträgerplatten sind bereits montiert, für das Putzen und das Auftragen der Farbe wird die Stadtverwaltung eine Fachfirma beauftragen müssen. Was die Kosten für die Erweiterung des Feuerwehrhauses in Lachem betrifft, so sind 100.000 Euro veranschlagt, wie Fachbereichsleiter Heiko Wiebusch erklärt. Er geht ebenso wie Bürgermeister Tarik Oenelcin davon aus, dass dieser Kostenrahmen eingehalten werden kann. Die Einweihung soll im Sommer erfolgen.