Zum zweiten Mal haben sich Inklusionsteams in der Sporthalle am Rosenbusch getroffen. Eingeladen hat der VfB Hemeringen, der einzige Verein im Landkreis Hameln-Pyrmont und in weiter Umgebung, der das Thema „Inklusion im Sportbereich“ aufgegriffen hat und intensiv betreibt. Unterstützung erhalten die Akteure auf und neben dem Spielfeld von Hessisch Oldendorfs Bürgermeister Tarik Oenelcin. „Wir sind aufgerufen, Strukturen zu schaffen, damit Menschen mit Behinderung Teil der Gesellschaft sind“, so sein Appell vor vier Jahren, als sich die Initiative „Wir sind da“ erstmals vorstellt.
Bei der damaligen Ausstellung im StadtHaus bekommt Inklusion Gesichter: die von Menschen mit Beeinträchtigungen und die ihrer engagierten Bekannten, Freunden und Familienmitglieder. Aaron Wyrwich und Peter Reese gehören dazu. Bereits kurz nach der Ausstellungseröffnung im Oktober 2022 organisieren sie das erste Fußballspiel einer Inklusionsmannschaft des VfB Hemeringen. „Du glaubst Fußball und Inklusion geht nicht? Dann lasse dich eines Besseren belehren. Mach einfach mit oder engagiere dich“, so ihre Aufforderung. Und wer ist dabei? Bürgermeister Tarik Oenelcin hat keinen Augenblick gezögert und ist mit einer Ratsmannschaft angetreten. Diese muss sich prompt dem Inklusionsteam geschlagen geben.
Die Menschen mit Beeinträchtigung sind auch weiter auf der Siegerstraße geblieben – mit Unterstützung des Stadtoberhauptes. Ihr Schwimmen im Baxmannbad gehört in der Badesaison inzwischen zum festen Programm, ist da doch das Versprechen des Bürgermeisters auf den Wunsch von Kerstin Winkel auf Mithilfe: „Diese Bitte unterstütze ich auf jeden Fall.“ Doch zurück zum Fußball. Nach dem ersten Turnier, zu dem der VfB im vergangenen Jahr eingeladen hat und an dem sechs Mannschaften teilgenommen haben, sind diesmal zehn Teams aufgelaufen, die ihre Turnschuhe schnüren und zwischen 10 und 47 Jahre alt sind. Sie kommen von so namhaften Vereinen wie Werder Bremen, dem FC St. Pauli und Hannover 96. Dabei sind auch TuS Eichholz Remmighausen, die Lebenshilfe Seelze, Inklusion Rehse, Eben-Ezer-Stiftung, JA Hameln und natürlich der VfB Hemeringen.
Die Mannschaften haben sich zur Begrüßung aufgestellt.© Peter Jahn
Nicht nur auf dem Spielfeld in der VfL-Halle am Rosenbusch sind Menschen mit Behinderung in Aktion, auch die Ansage der Spiele und der Ergebnisse übernehmen sie. Dafür sorgen Aaron Wyrwich und seine Mitstreiter*innen im Organisationsteam, zu dem seine Schwester Laureen ebenso gehört wie Philipp Oberkötter und Carsten Winkel. Natürlich ist auch Bürgermeister Oenelcin an den Rosenbusch gekommen, um sich die Spiele anzusehen. Freudig wird er von den Hemeringer Kickern begrüßt. Als früherer erfolgreicher Fußballspieler und -trainer kann er vor den einzelnen Spielen den Spielerinnen und Spielern vor dem Einlaufen manch guten Tipp geben. Anders als bei den Profis zählen bei diesen Inklusionsturnieren nicht nur Tore und Punkte. Man kennt sich, trifft sich monatlich, um miteinander zu spielen, der Spaß steht im Vordergrund, jede gelungene Aktion wird bejubelt – alle feiern zusammen: die Mannschaften, die Trainer und die Eltern.
Bürgermeister Tarik Oenelcin überreicht einen Umschlag an Aaron Wyrwich, der mit seinem Team das Turnier organisiert hat.© Peter Jahn
Aaron Wyrwich und seine Helferinnen und Helfer danken dem Vorsitzenden des VfL Hessisch Oldendorf, Peter Bormann, der an diesem Sonntag natürlich auch dabei ist, dass sie die Halle nutzen können. Nicht nur für dieses Turnier. Jeden Samstag wird auch hier trainiert, von 9:30 Uhr bis 12:00 Uhr. Wer will, kann vorbeischauen und natürlich auch mitmachen. „Derzeit sind wir mit Trainern insgesamt 34 Personen, die sich regelmäßig treffen“, sagt Aaron Wyrwich.